Jeckes Orgelkonzert: Kunst, Kölsch, Kirche, Karneval


„…nicht nur Karneval in Sieglar“, so heißt der Untertitel unserer Website. „…nicht nur Gottesdienst in der Kirche“ hätte man auch das famose Orgelkonzert untertiteln können, das am gestrigen Sonntagabend im stimmungsvoll illuminierten Löörer Dom die heiße Phase der fünften Jahreszeit einläutete.

Stimmungsvolle Beleuchtung Stimmungsvolle Beleuchtung

Gregor Mooser, der Organist unserer Sankt Johannes Gemeinde, ist „zwar“ ein waschechter Bayer, aber er hatte bereits vor drei Jahren in seinen ersten Tagen hier in der Gemeinde einen fulminanten Karnevalssonntagsgottesdienst bespielt und damit quasi bewiesen, dass nicht nur Karneval & Kirche, sondern auch Klais-Orgel & Kölsch-Rock prima zusammenpassen.

Organist Gregor Mooser

Neben drei eher klassischen, wenn auch sehr beschwingten Orgelstücken von Louis Lefébure-Wély, Alexandre Guilmant und Pietro Bandini, die die große Sieglarer Orgel wie eine Drehorgel auf der Kirmes klingen ließen, standen vor allen Dingen die vielen bekannten, alten und neuen Karnevalslieder zum Mitsingen auf dem Programm: „Am Dom zo Kölle“, „En uns’rem Veedel“, Medleys alter Stimmungslieder von der Frau Palm oder dem kölsche Jung, „Et jitt kei Wood“, „Unsere Stammbaum“ und natürlich „Mer losse de Dom in Kölle“.

Liedblatt

Und es wurde vom ersten Moment an begeistert mitgesungen! Nach der Pause, die die Sänger nicht nur mit fester Nahrung in Form von Flönz und halvem Hahn stärkte, klang es dank gut gekölschter Kehlen sogar noch ein wenig fröhlicher. Die kenntnisreiche und witzige Moderation von Pfarrer Zeyen, der die Textfestigkeit seiner Schäfchen immer wieder mit eigenen spontanen Liedbeiträgen erfolgreich testete, trug das ihre zur wunderbaren Stimmung bei.

Kölsch und Kirche

Als das Löörer Dreigestirn dann noch zu einem Kurzbesuch vorbeischaute, sprang alles von den Bänken – genauso, als Pfarrer Zeyen gegen Ende des Konzerts zum Vaterunser bat: Denn so wie dieses Konzert viele vermeintliche Gegensätze zu einem neuen, größeren, gemeinschaftlichem Erlebnis vereinte, so sollten auch wir „leev Jecke“ stets nach dem Vereinendem und Versöhnendem suchen…

Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem und Buddhist.
mir all, mir sin nur Minsche, vür’m Herrjott simmer glich!


Anmerkungen:

  1. Die Sieglarer Hauptorgel ist natürlich von Seifert, die Chororgel im Querschiff, die auch vom Spieltisch auf der Empore gespielt werden kann, stammt aber tatsächlich aus der Orgelwerkstatt Klais, so dass die Zusammensetzung „Klais-Orgel & Kölsch-Rock“ zwar primär wg. des hübschen Stabreimes entstand, aber dennoch nicht ganz falsch ist. [Quelle]
  2. Das schöne Portrait von Gregor Mooser habe ich wieder einmal dem Sieglarer Hofphotographen Carsten Seim entwendet – DANKE, Carsten! Und Carsten macht bekanntlich nicht nur tolle Bilder, sondern ebensolche Berichte inkl. vieler weiterer Bilder auf der Homepage der Grossen KG, natürlich auch zum Konzert!
  3. Am nächsten Sonntag – Karnevalssonntag – (26.02.2017) findet um 11.00 Uhr in der Sieglarer Pfarrkirche eine Mundart-Messe statt, bei der auch das Sieglarer Dreigestirn wieder zu Gast sein wird – und natürlich wird es auch wieder Orgelmusik zum Mitsingen geben. HERZLICHE EINLADUNG!!!

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